Streaming Abmahnungen im Fall RedTube sorgen noch immer für Entrüstung. Die Berliner Anwaltskanzlei Müller Müller Rößner, die die Rechtsfirma U + C verklagte, hat jetzt nachgelegt und ein Urteil öffentlich gemacht. Darin geht es um die Software GLADII 1.1.3, mit der die IP-Adressen der Betroffenen veröffentlicht worden sind. Mehr als Zehntausend Nutzer bei RedTube hatten Streaming-Abmahnungen von U und C in ihrem Briefkasten entdeckt. Der Vorwurf lautet, die Adressaten haben Copyright verletzt, infolge dessen, dass sie sich Filme der Seite angesehen hatten.
RedTube ist ein Portal zum Streamen im Internet, auf dem Anwender vergütungsfrei Filme anschauen können. Die Videos bleiben auf der Webseite und werdennicht runtergeladen. Die Anklage, die die Urmann u Collegen Anwälte in ihrer Streaming Abmahnung äußern, betrifft das kurzfristige Puffern der Filme im Cachespeicher des Rechners, das sogenannte Streaming. Damit sollen die User gegen das Copyright verstoßen haben. Die Juristen begehren in ihrer Streaming Abmahnung 250 EUR. Hierbei geht der größte Teil jedoch in die Kasse der Urmann und Collegen Rechtsanwälte.
Die Schreiber haben sich mit einem Dokument beim Landgericht Köln den gerichtlichen Beschluss erwirkt, der die Ausgabe sämtlicher Namen fordert. Unzählige Rechtsgelehrte kritisierten bis heute die Zulässigkeit, da sich Streaming Abmahnungen in der Grauzone aufhalten und es in dem Bereich kein richterliches Urteil gibt, wie es z.B. beim Downloaden ist. Wenn irgendjemand etwas aus dem Web downloaded und die Daten sichert, verletzt er Copyright. Die Dateien können schließlich nach Belieben weitergereicht, vervielfältigt wie auch abgespielt werden. Die Streaming Abmahnungen berufen sich allerdings nicht auf den Download, weil die Dateien nicht heruntergeladen werden. Sie werden einzig im Cachespeicher des Computers gesichert und sind für den User nicht beständig präsent. Die Streaming Abmahnungen von Urmann & Collegen sind somit juristisch nicht begründet.
Aus jenem Urteil, das vorgelegt wurde, geht kein bisschen heraus, wie dies Programm, mit dem die IP-Adressen ermittelt wurden, arbeitet. Dort wird allein gesagt, dass dieses Programm die Computer-Nutzer der Webseite registriert habe. Wie exakt dieses möglich wurde wird nicht näher erklärt und aufgrund dessen ist ungeklärt, wie U & C die Daten der Empfänger der Streaming Abmahnung eruieren konnten. Im Gutachten heißt es allein, dass technisch verbreitete Internettechnologien benutzt wurden. Sicher ist allerdings, dass dies Programm, auf dem die Streaming Abmahnungen aufbauen, mitnichten allein erfasst hat, von welcher IPAdresse aus auf eine Website zugegriffen worden ist, sondern außerdem, wann welcher Film angeschaut worden ist. Selbst Pausen beim Angucken sind festgestellt worden. Das ist aber lediglich realisierbar, falls dies Computerprogramm Einblick zu dem Computer des Users oder die Homepage des Anbieters zugreifen kann.
Jeglicher, der Briefe von der Kanzlei U € C Rechtsanwälte gekriegt hat, sollte den Brief nicht wegtun und sich sagen, dass er nicht rechtens ist. Die Abmahnwelle der Kanzlei nutzt in erster Linie der Einschüchterung der Nutzer und nicht selten ist dieses Prozedere erfolgreich: Vielerlei Personen, die einen solchen Wisch erhalten, zahlen lieber, als dass sie Trouble wegen unrechtmäßigem Herunterladen befürchten müssen. Nichtsdestotrotz darf das Schreiben nicht ignoriert werden. Stattdessen müssen Betroffene einen Anwalt befragen und diesem den Brief von Urmann & Collegen Rechtsanwälte vorführen. Ein Hamburger Anwalt, welcher sich auskennt, ist Björn Wrase, Anwalt für Internetrecht. Björn Wrase ist Experte falls es um Streaming Abmahnungen geht. Der Hamburger kann dann entsprechende Abwehrschritte herbeiführen und sich darum kümmern, dass die Streaming Abmahnung korrekt bearbeitet wird.

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/