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Urmann + Collegen Streaming Abmahnung

Die Kanzlei U+C hat in letzter Zeit reichliche Abmahnungen an etwa vielmehr als zehntausend User versendet, die sich auf der Seite RedTube Videos angeguckt haben. Ihr Kunde ist die schweizerische The Archive AG.
RedTube ist eine Websiteauf welcher online Videos angeklickt und angeschaut werden können. Der Vorwurf, den das Anwaltsbüro U + C in den Abmahnschreiben erhebt, berührt das kurzzeitige Caching der angesehenen Videos auf dem Rechner. Die Benutzer sollen hiermit gegen das Copyright verstoßen haben. Und an dieser Stelle herrscht Unklarheit darüber, ob die Abmahnschreiben berechtigt sind, denn: Wenn irgendwer ein Lied, eine Grafik oder einen Film aus dem Netz runterlädt und überdies auf dem eigenen Rechner abspeichert, verstößt er gegen fremdes Copyright. Bei dem Streaming, wie es bei RedTube der Fall ist, werden die Files jedoch nicht downgeloadet. Während der Film, den sich der Benutzer anguckt, läuft, werden Abschnitte davon im Cachespeicher, dem sog. Pufferspeicher eines PCs, abgespeichert. Jene Unterlagen sind allerdings nicht dauerhaft verfügbar, sondern werden nach dem Anschauen gleich noch einmal überspeichert. Gleichwohl es sich bei dem Streaming um eine rechtliche Grauzone dreht und es noch noch keine offizielle Entscheidung gibt, werfen die Rechtsanwälte von U + C vielen User von RedTube Copyrightverletzung vor.
Doch nicht ausschließlich wegen der scheinbar inkorrekten Beschuldigung warnen viele Anwälte davor, die von U + C verschickten Streaming-Abmahnschreiben mit einer Forderung von 250 Euro einfach so auf sich zu nehmen. Kritik liegt in der Identifikation der Seitennutzer. Auf RedTube muss sich kein Mensch einloggen oder seine Kontaktdaten zur Schau stellen. Eine Identifikation ist also nur über die IP-Adresse der Anwender realisierbar. Die Kontaktadressen, welche sich hinter den IP-Adressen verbergen, hat die Kanzlei
U + C von dem Telefonanbieter Telekom erlangt. Und genau da setzt die Kritik unterschiedlicher Anwälte ein: Damit ein Internetprovider die IP-Adressen bekannt geben darf, ist ein juristischer Entscheid notwendig. Diesen haben sich die Juristen mit dem Argument der Urheberrechtsverletzung besorgt. Weil es aber für Streamen bisher keine Rechtsnorm gibt und es sich um eine Übergangszone handelt, kann auch keine Urheberrechtsverletzung vorhanden sein.
In dem juristischen Beschluss, mit dem Urmann und Collegen die Herausgabe der IP-Adressen bewirkt hat, heißt es: „Durch das unzuständige publike Zugänglichmachen des geschützten Werkes über ein sog. Tauschportal liegt ein Rechtsbruch des §19 des Urheberrechtsgesetzes vor“. Weil RedTube aber kein Tauschportal und stattdessen ein Streamingportal ist, bei dem die Videos nicht heruntergeladen und stattdessen ausschließlich online geschaut werden, sind die Richter von falschen Fakten ausgegangen. Dessen ungeachtet darf die Das Anwaltsbüro U + C die Angaben nutzen – was sie im Umstand der Abmahnschreiben auch getan hat.
250 € müssen die Betroffenen nun zahlen. Der Schadenersatz macht in diesem Zusammenhang aber den unbedeutendsten Bestandteil aus, nämlich 15,50 Euro. Der Rest fließt in die Kasse von U + C: 65 € sind Ermittlungsaufwand und 169,50 Euro für das Anwaltsbüro. Das ist zu viel, maximal 150 € dürfen bei dem schwachen Streitwert berechnet werden.
Wer eine Streaming-Abmahnung von Urmann und Collegen bekommen hat, sollte diese aber nicht einfach außer Acht lassen und wegwerfen. Massenabmahnungen dienen an erster Stelle der Einschüchterung und nicht selten sind sie darum siegreich: Zahlreiche Menschen bezahlen lieber, ehe sie weitere Probleme fürchten müssen. Dabei sollte die Forderung aber nicht augenblicklich bezahlt, sondern lieber ein Jurist eingeschaltet werden. Dieser kennt sich mit der Angelegenheit am besten aus und kann zweckmäßige Abwehrschritte einleiten.

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/

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